Der medizinische Fragebogen beim Tauchen
Der Gesundheitsfragebogen ist das heikelste Blatt am Tresen: Er entscheidet, ob ein Gast ins Wasser darf, er enthält besonders sensible Daten, und er ist genau das Dokument, das im Ernstfall jemand sehen will.
Was der Fragebogen leistet
Er filtert. Die Fragen sind so gebaut, dass ein "Ja" nicht "du darfst nicht tauchen" bedeutet, sondern "das muss vorher ein Arzt anschauen". Herz, Lunge, Ohren, Anfälle, Medikamente, Schwangerschaft, zurückliegende Operationen - jeder dieser Punkte ist einzeln harmlos und in Verbindung mit Druck unter Wasser nicht.
Als Basis treffen Sie dabei keine medizinische Entscheidung, und Sie sollen es auch nicht. Ihre Aufgabe ist es, die Frage zu stellen, die Antwort zu dokumentieren und bei einem "Ja" auf ein ärztliches Attest zu bestehen.
Manche Gäste haben schon ein tauchärztliches Attest in der Tasche - dann ist der Fragebogen nicht mehr nötig. Andere füllen den Fragebogen aus und landen bei lauter "Nein". Beide Wege führen zu einem vollständigen Check-in, und der Gast soll selbst wählen können, welchen er geht.
Wann das Attest dazukommt
- Bei jedem "Ja" in einem der Gesundheitspunkte, solange es nicht ärztlich abgeklungen ist.
- Bei Altersgrenzen, die manche Verbände und Länder vorsehen.
- Weil die Basis es so will - etwa an Standorten, wo die nächste Druckkammer weit weg ist, oder für technische Tauchgänge.
Atteste haben ein Ablaufdatum, und das ist der Punkt, an dem Papier regelmäßig versagt: Im Ordner sieht ein Attest von 2023 aus wie eines von letzter Woche. Digital hängt an jedem Attest seine Gültigkeit, und der Gast wird erinnert, bevor sie ausläuft.
Wie lange ein Fragebogen gilt
Bei Diver ID gilt ein Fragebogen ein Jahr. Danach wird er erneut gestellt. Kommt ein Gast innerhalb dieses Jahres an eine andere Basis, bekommt er nicht das ganze Formular, sondern eine kurze Nachfrage: Hat sich an Ihrem Gesundheitszustand seit dem letzten Check-in etwas geändert? Das ist der Unterschied zwischen dreimal dasselbe ausfüllen und einmal bestätigen - und es ist der Grund, warum Stammgäste nach dem ersten Mal in Sekunden durch sind.
Gesundheitsdaten sind besonders geschützt
Ein Gesundheitsfragebogen fällt unter die besonders sensiblen Datenkategorien der DSGVO. Praktisch bedeutet das: Diese Blätter gehören nicht in einen Ordner unter dem Tresen, in den jeder hineinschauen kann, und auch nicht in eine Tabelle, die per Mail herumgeht. Digital gilt: Ihre Basis sieht die Angaben Ihrer Gäste, keine fremden, und der Gast behält jederzeit Einblick in seine eigenen. Mehr dazu auf der Seite DSGVO an der Tauchbasis.
Wenn ein Gast ausgeschlossen wird
Das passiert selten, aber es passiert - und dann soll niemand am Tresen improvisieren müssen. Der Ablauf endet in diesem Fall nicht in einer Sackgasse, sondern mit einer klaren Auskunft, was der Gast braucht: das Attest eines Arztes. Wer möchte, stellt seine Basis so ein, dass der Fragebogen Pflicht ist, bevor überhaupt ein Tauchgang gebucht werden kann. Und ein Gast, der medizinisch ausgeschlossen wird, verbraucht bei Diver ID kein Guthaben aus Ihrem Kontingent.
Häufige Fragen
Wie lange ist ein medizinischer Fragebogen gültig?
Ein Jahr. Danach wird er neu gestellt. Innerhalb des Jahres genügt an einer anderen Basis die kurze Nachfrage, ob sich am Gesundheitszustand etwas geändert hat.
Wann braucht ein Gast ein tauchärztliches Attest?
Sobald einer der Gesundheitspunkte mit "Ja" beantwortet wird, und immer dann, wenn die Basis oder der Verband es unabhängig davon verlangt. Das Attest hat ein Ablaufdatum, das mitgeführt und rechtzeitig angemahnt wird.
Kann ein Gast direkt ein Attest hochladen, statt den Fragebogen auszufüllen?
Ja. Wer ein gültiges tauchärztliches Attest hat, lädt es hoch und ist damit durch. Beide Wege führen zu einem vollständigen Check-in.
Sieht mein Team alle Gesundheitsangaben?
Ihr Team sieht die Angaben Ihrer Gäste, weil es sie für die Sicherheit braucht - und nur diese. Wer in Ihrem Team was sehen darf, legen Sie über die Mitarbeiter-Accounts fest.
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