Der Notfallplan und die Daten dahinter
Ein Notfallplan wird an dem Tag geschrieben, an dem nichts passiert, und an dem Tag gebraucht, an dem alle unter Strom stehen. Deshalb entscheidet nicht die Gründlichkeit über seinen Wert, sondern die Erreichbarkeit.
Was hineingehört
- Notrufnummern des Landes, in dem Sie arbeiten - und die der nächsten Druckkammer, mit Entfernung und Anfahrtsweg.
- Der Weg zum Sauerstoff und wer ihn verabreichen darf.
- Wer was tut: Wer bleibt beim Verunfallten, wer ruft an, wer holt die Unterlagen, wer empfängt den Rettungsdienst.
- Was der Rettungsdienst braucht: Tauchprofil, Zeiten, Gasgemisch, Vorerkrankungen, Medikamente.
- Die Nummern der Angehörigen - und die Sprache, in der man mit ihnen sprechen kann.
Die Hälfte dieser Angaben steht in den Check-in-Unterlagen Ihrer Gäste. Wenn die in einem Ordner unter dem Tresen liegen und der Unfall auf dem Boot passiert, nützen sie nichts. Deshalb gehören Notfallkontakt und relevante Gesundheitsangaben dorthin, wo der Guide sie hat: aufs Telefon.
Warum Gesundheitsangaben genau dafür erhoben werden
Der Gesundheitsfragebogen ist kein Verwaltungsakt, sondern die Vorbereitung auf diesen Tag. Ein Notarzt, der erfährt, dass der Patient Betablocker nimmt oder Asthmatiker ist, arbeitet anders. Das ist auch die Antwort auf die Frage, warum eine Basis solche Daten überhaupt speichern darf: Sie braucht sie für die Sicherheit ihrer Gäste - und deshalb müssen sie im Ernstfall auch erreichbar sein, nicht nur vorhanden.
Üben, nicht nur ausdrucken
Einmal pro Saison durchspielen, am besten mit neuen Mitarbeitern: Wer ruft an, wer holt die Unterlagen, wo liegt der Sauerstoff? Das dauert zwanzig Minuten und ist der einzige Weg herauszufinden, ob der Plan im Kopf und nicht nur im Ordner steht.
Und die Gäste?
Ihre Gäste sollten wissen, was passiert, wenn etwas passiert - spätestens beim Briefing. In Diver ID können Sie Ihren Notfallplan hinterlegen, sodass Taucher ihn sehen; umgekehrt sehen Sie deren Notfallkontakte. Diese beiden Richtungen gehören zusammen und sind in der Praxis der Teil, der am häufigsten fehlt.
Häufige Fragen
Was gehört in den Notfallplan einer Tauchbasis?
Notrufnummern des Landes, Weg und Entfernung zur nächsten Druckkammer, Sauerstoff-Standort, eine klare Rollenverteilung und der Zugriff auf Tauchprofil, Gesundheitsangaben und Notfallkontakt des Gastes.
Wo sollten die Notfallkontakte der Gäste liegen?
Dort, wo Ihr Team im Ernstfall steht - also auf dem Telefon des Guides, nicht im Ordner am Tresen. Ein Unfall passiert selten im Büro.
Dürfen wir Gesundheitsdaten dafür speichern?
Ja, genau dafür werden sie erhoben. Die Auflage ist, dass nur die Personen Zugriff haben, die ihn für die Sicherheit brauchen - dafür gibt es Mitarbeiter-Accounts mit eigenen Rechten.
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