Der digitale Tauchausweis
Die Plastikkarte liegt zu Hause, das Attest im Aktenordner, der Versicherungsnachweis irgendwo im Postfach - und an der Basis fragt jemand nach allen drei Dingen. Ein digitaler Tauchausweis ist der Versuch, das ein für alle Mal zu sortieren.
Was die Verbände schon anbieten
Die großen Tauchorganisationen haben ihre Karten digitalisiert: PADI hat die eCard in der PADI-App, der VDST führt Brevets in der VDST-App, SSI und CMAS haben eigene Lösungen. Wenn du dein Leben lang bei einer Organisation bleibst, reicht das oft.
Die meisten Taucher bleiben aber nicht. Das Open Water von PADI, das Nitrox-Speciality von SSI, der Trockentauchkurs beim Verein, dazu ein Attest vom Hausarzt und eine Versicherung, die mit keinem davon zu tun hat: Fünf Nachweise, fünf Apps, fünf Passwörter. An der Basis fragt niemand nach einem Verband, sondern nach dem, was du kannst und ob du tauchen darfst.
Eine eCard ist eine digitale Karte. Ein digitaler Tauchausweis ist die ganze Mappe: Zertifizierungen jeder Organisation, Attest, Versicherung, Notfallkontakt, Logbuch - und die Unterschriften, die du an Basen schon geleistet hast.
Was hineingehört
- Zertifizierungen jeder Organisation, als Foto der Karte oder als PDF.
- Tauchärztliches Attest mit Ablaufdatum - der Teil, den man am häufigsten vergisst.
- Versicherung mit Anbieter und Policennummer.
- Notfallkontakt - wen ruft die Basis an, wenn etwas passiert.
- Erfahrung: Anzahl der Tauchgänge, letzter Tauchgang, größte Tiefe, Ausrüstungsgrößen.
- Unterschriebene Erklärungen, damit du sie nicht an jeder Basis von Null unterschreiben musst.
Wie das beim Einchecken hilft
An einer Basis, die Diver ID nutzt, scannst du einen QR-Code oder öffnest einen Link - und hast den Check-in in Sekunden hinter dir, weil alles schon hinterlegt ist. Was abgelaufen ist oder sich geändert haben kann, wird gefragt, der Rest nicht.
An einer Basis, die Diver ID nicht nutzt, geht es trotzdem: Du erzeugst ein zeitlich begrenztes PDF mit deinen wichtigsten Angaben und zeigst oder schickst es. Das Blatt am Tresen musst du dann noch ausfüllen, aber du musst nichts mehr suchen.
Ohne Netz und ohne App-Download
Zwei praktische Punkte, an denen digitale Ausweise sonst scheitern. Diver ID läuft im Browser, du brauchst keinen Store-Download; wer möchte, legt sich die Seite mit einem Tipp wie eine App auf den Startbildschirm. Und weil Tauchplätze selten gutes Netz haben, funktioniert die Ansicht deiner hinterlegten Daten auch dann, wenn gerade nichts geht.
Wer was sehen darf
Dein Profil gehört dir. Eine Basis bekommt die Dokumente, die sie für deinen Check-in braucht, und das erst, wenn du dort eincheckst - nicht vorher und nicht mehr. Dass ein Gesundheitsfragebogen nicht in fremden Händen herumliegen soll, ist der eigentliche Grund, warum sich das lohnt: Auf Papier hast du keine Kopie und keine Kontrolle darüber, wo das Blatt landet.
Häufige Fragen
Ersetzt ein digitaler Tauchausweis mein Brevet?
Nein, und das soll er nicht. Er ist die Sammelstelle für alles, was du an einer Basis vorzeigen musst - deine Karte bleibt deine Karte, auch als Foto oder PDF im Profil.
Funktioniert das mit Brevets aller Organisationen?
Ja. Zertifizierungen jeder Tauchorganisation lassen sich hinterlegen, daneben Atteste, Versicherungsnachweise und dein Logbuch. Genau das ist der Unterschied zur App eines einzelnen Verbands.
Was kostet das für mich als Taucher?
Nichts. Diver ID ist für Taucher dauerhaft kostenlos. Bezahlt wird nur auf Seite der Tauchbasis, und auch dort nur pro tatsächlichem Gast-Check-in.
Muss ich eine App installieren?
Nein, es läuft im Browser. Ein Tipp legt die Seite wie eine App auf den Startbildschirm, ein Download aus dem App-Store ist nie nötig.
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